Projekt Automatische Installation

Beim Erstellen des Trainingsnetzwerks wurde von folgender Situation ausgegangen:

-Es existieren mehrere Rechner, auf denen ein Betriebssystem installiert und lauffähig ist.

-Wir werden für die geplante Domäne einen PDC sowie einen BDC benötigen.

-Die Aufgaben für Backup-, für Proxy- und Exchangefunktionen werden von Memberservern übernommen.

-Es wird ein Rechner unter LINUX betrieben werden.

-Die restlichen Rechner sollen als Workstations installiert und konfiguriert werden.

Beim Aufsetzen der Domänencontroller ist im Normalfall keine automatische Installation möglich. Gründe liegen in den sehr vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten dieser Betriebweisen. Eine automatische Installation bei den Memberservern ist zwar begrenzt möglich, jedoch muß zum Implementieren der jeweils gewünschten Funktion sowieso der Admin vor Ort sein.

Somit bleibt sinnvollerweise nur der Rechner, der als Workstation konfiguriert werden soll. Dies liegt schon in der normalerweise in der verhältnismäßig großen Anzahl der Maschinen begründet.

Zuallererst wurde ein Verzeichnis (D:\ )auf dem mittlerweile fertiggestellten PDC eingerichtet, das folgende Struktur aufweist:

In diesem „installations“-Verzeichnis wurden alle relevanten Quelldaten abgelegt:

-Im Ordner Srv die Dateien für die Serverinstallation,

-Im Ordner Wks diejenigen für die Workstations,

-Der Ordner NT4sp6a enthält das aktuelle Servicepack,

-Der Ordner Netz beinhaltet die Treiber und Setupinformationen für die Netzwerkkarte

Außerdem sind hier auch andere hilfreiche Programme und Programmpakete abgelegt. Dieser Ordner ist auf dem Server freigegeben und soll als Ausgangsbasis für die Installtion dienen.

Auf die spezielle Audioinstallation sowie die Grafikkartentreiber wurde keine Rücksicht genommen, da für die Audiofunktionen keine Ausgabehardware ( Lautsprecher ) vorhanden ist. Bei der Grafikkarte ergaben sich weitere Schwierigkeiten, da die ATI – Treiber eine Installation des Servicepacks höher Version 3 erfordern. Dies wiederum lässt sich nur als angemeldeter Admin durchführen, was wiederum ein recht aufwändiges Skript oder eine persönliche Anwesenheit des Administrators voraussetzt.

Ziel jedoch war, eine Installation der Workstation durchzuführen, unbeaufsichtigt, mit dem Ergebnis, daß einem „Poweruser“ eine weitergehende persönliche Einrichtung des Rechners ermöglicht wird, d.h. der Bildschirm wird im Standard VGA-Modus betrieben. (640x480)

Im Installationsverzeichnis existiert ein Unterverzeichnis Support , in dem das Hilfsprogramm Setupmanager abgelegt ist.

Mit Hilfe dieses Programms wird eine standardisierte Datei erstellt, die alle relevanten Daten für die unbeaufsichtigte Installation enthält.

So werden die allgemeinen Daten für den Rechnernamen, Benutzernamen...etc. über folgende Eingabemaske festgelegt:

Diese Daten müssen für jeden zu installierenden Computer logischerweise neu erstellt werden, es zu einer Vielzahl von Dateien führt.

Alle allgemeinen Angaben werden durch das Feld Netzwerk-Setup ergänzt, in dem alle Einstellungen für die Netzanbindung erfolgen:

Die Standard Einstellmöglichkeiten sind jedoch nur auf die Komponenten der HAL begrenzt, da Windows nur für diese Komponenten Treiber mitführt.

In unserem Fall ist in den Rechnern eine Netzwerkkarte installiert, die nicht in dieser Liste geführt wird. Es existiert auch kein kompatibler Treiber, mit dessen Daten die Netzwerkkarte fehlerfrei funktionieren würde.

Daher ist eine Einstellung zu wählen, bei der eine automatische Hardwareerkennung der Netzwerkkarte unterlassen wird, dafür wird die Kartenbezeichnung und die Lokalität der Treiber explizit angegeben, damit beim Kopieren der Dateien auf den Zielrechner die Treiberdateien mitgenommen werden. Notwendig wird dies aufgrund des Neustarts und der daher noch nicht bestehenden Netzwerkverbindung ( Zugriff auf den Installationsordner ).

Dieses Verzeichnis \$oem$\net\ ist im Installationsverzeichnis der Workstation erstellt worden und in dieses wurden die Treiberdateien kopiert.

Somit weiß die Installationsroutine von Windows, daß hier die zu installierenden Treiber zu finden sind. Weitere Angaben werden nach Auswahl des Protokolls und eventueller Vorbestimmung von Netzwerkadresse, Subnetmaskund Gateway oder aber durch die DHCP-Optionfestgelegt.

In der Schaltfläche für erweitertes Setup ist zu beachten, daß nicht automatisch die Auswahl der Landessprache auch das richtige Tastaturlayout einrichtet. Weiterhin sind die Felder für automatisches starten der DOS-Ebene und der grafischen Benutzerschnittstelle des Betriebssystems anzugeben. Es bietet sich auch an, den Willkommensbildschirm und die Eingabe eines Administratorkennworts ( bereits Vorbestimmt ) zu unterdrücken.

Letztendlich wurde die erstellte Datei abgespeichert unter dem Namen unatend_xx.txt im Verzeichnis Automatik im Intallationsordner. Die beiden x im Dateinamen stehen für die Identifikation des Rechners und stammen aus den Initialen des Benutzernamens.

Im Folgenden wird der Inhalt der so entstandenen Datei dargestellt:

[Unattended]

OEMskipEULA = yes

OemPreinstall = yes

NoWaitAfterTextMode = 1

NoWaitAfterGUIMode = 1

FileSystem = LeaveAlone

ExtendOEMPartition = 0

ConfirmHardware = no

NtUpgrade = no

Win31Upgrade = no

TargetPath = *

OverwriteOemFilesOnUpgrade = no

KeyboardLayout = "Deutsch (IBM)"

[UserData]

FullName = "Norbert Kropf"

OrgName = "Greencard GmbH"

ComputerName = NK_KOMM

ProductId = "02398-oem-0030074-71273"

[GuiUnattended]

OemSkipWelcome = 1

OEMBlankAdminPassword = 1

TimeZone = "(GMT+01:00) Berlin, Stockholm, Rom, Bern, Brüssel, Wien"

[Display]

ConfigureAtLogon = 0

BitsPerPel = 16

XResolution = 800

YResolution = 600

VRefresh = 60

AutoConfirm = 1

[Network]

InstallAdapters = SelectedAdaptersSection

InstallProtocols = ProtocolsSection

InstallServices = ServicesSection

JoinDomain = Kommunikation

CreateComputerAccount = Administrator, komm

[SelectedAdaptersSection]

RTL8139 = OEMAdapterParamSection, \$OEM$\net\

[OEMAdapterParamSection]

[ProtocolsSection]

TC = TCParamSection

[TCParamSection]

DHCP = yes

[ServicesSection]

Um die Abfrage der Lizenzanerkennung und die dafür notwendig Userbestätigung abzufangen und zu unterdrückenwurde an die Zeile 2 der folgende Befehl eingefügt.

OEMskipEULA = yes